10 (nicht ganz alltägliche) Gabionen-Fakten für die neue Dekade

Wenn Sie das lesen, haben Sie mit großer Wahrscheinlichkeit ein erhöhtes Interesse am Thema „Gabionen“ und kennen sich mit den Grundlagen bereits bestens aus – vielleicht sogar mehr. Doch wussten Sie auch, dass man aus den eigentlich eckigen Gabionen auch runde Kunstobjekte machen oder sie zur Wiederauferstehung eines uralten und eigentlich unwiederbringlich zerstörten Schlosses nutzen kann? Wir haben zehn (nicht ganz alltägliche) Gabionen-Fakten für Sie, die Ihnen in der neuen Dekade garantiert noch nicht untergekommen sind! 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Schanzkorb

1.) Fangen wir vorne an. Mittlerweile kennt jeder die heutige Form der Gabione. Ein Drahtgitterkorb mit einer bestimmten Drahtstärke und Maschenweite, der mit einem Füllmaterial – meist einem Gestein – befüllt wird. Doch das war nicht immer so. Schon seit der Erfindung des Schießpulvers im Mittelalter machten sich findige Kämpfer den sogenannten „Schanzkorb“ für ihre Verteidigung zu eigen: ein geflochtener Korb aus Weidenholz, der anschließend mit Sand oder ähnlichem Schüttgut befüllt wurde. Das erste Patent für die Gabione aus Metall datiert erst aus dem Jahr 1903 – mehr als 400 Jahre später. 

2.) Auf Helgoland kann man nicht nur einen wunderschönen Urlaub verbringen, die Nordsee-Insel eignet sich auch besonders gut zur Erprobung der Haltbarkeit von Drahtgittern, aus denen später Gabionenbauwerke entstehen. In Zusammenarbeit mit der Materialprüfanstalt (MPA) Stuttgart lagern wir für das Projekt der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) „Korrosionsversuche in maritimer Atmosphäre“ punktgeschweißte Drahtgitterproben auf Helgoland aus. Die 2009 dort platzierten Gitter sind nach mehr als 10 Jahren Auslagerung augenscheinlich in sehr gutem Zustand. Es ist kein Rotrost zu erkennen. 

3.) Zugegeben: Gabionen erwecken mit ihrer massiven Optik den Eindruck, auch stets extrem schwer und lediglich für den Einsatzzweck am Boden geeignet zu sein. Doch mit unseren Wandverkleidungskörben „WVK“ lassen sich beispielsweise auch unansehnliche Stahlbetonwände in außergewöhnliche Fassaden verwandeln. Der Wandverkleidungskorb wird in ein geprüftes Schienensystem eingehängt, das direkt an der Stahlbetonwand befestigt wird. Es ist kein Fundament erforderlich, da die Last direkt an die Außenwand abgegeben wird. So lassen sich auch bereits bestehende Gebäude optisch aufwerten. Das System ist außerordentlich montagefreundlich, robust, vielseitig einsetzbar und bietet eine Aufwertung von Fassaden durch verschiedene Füll- und Verblendoptionen. Als Füllmaterial können Natursteine in unterschiedlichen Farben und Formen verwendet werden. 

4.) Auch wenn die Gabionen in ihrer modernen Form mit Drahtgittern und cleveren Verschluss-Möglichkeiten eine relativ junge Form des Mauerbaus ist, lassen sich damit alte Bauwerke rekonstruieren. So geschehen beim in den letzten Kriegswochen 1945 zerstörten Schloss Klessin in Brandenburg an der polnischen Grenze. Hier haben ehrenamtliche Helfer des dortigen Heimatvereins durch mit Trümmerteilen gefüllte Gabionen den Grundriss des Schlosses nachempfunden, welcher nun die Basis der dortigen Gedenkstätte für Kriegsopfer darstellt. Eine kreative Idee, die mit Hilfe von Gabionen zur Erinnerung an diese traurige Zeit beiträgt.  

5.) Ein weiterer Vorteil, der sich nicht auf den ersten Blick ergibt, ist die enorme Umweltverträglichkeit des Prinzips Gabione. Während eine kahle Betonmauer kaum Unterschlupf für Flora und Fauna bietet, können Gabionen mit ein paar kleinen Tricks zu einem richtigen Paradies für Insekten werden. Schon in einem konventionell gefüllten Korb finden viele Lebewesen Unterschlupf, die in einer Betonmauer nicht zuhause sind. Wildbienen, Marienkäfer oder Florfliegen bestäuben Obstbäume oder andere Pflanzen und ernähren sich außerdem von Blattläusen sowie sonstigen Plagegeistern. 

6.) Nur zu gern wird über Gabionen gespottet, die in Innenstädten, Vororten und als Umzäunung von Gärten stehen. Doch die Bauwerke aus Drahtgittern und Naturstein sind nicht nur deutlich angenehmer fürs Auge als eine triste Betonmauer, sie werden auch seltener Opfer von Vandalismus. Der Grund ist simpel, verblüfft aber dennoch. Während eine glatte Betonwand eine ideale Spielweise für einen Graffiti-Künstler darstellt, kann dieser auf der unebenen Fassade eines Gabionen-Bauwerks noch nicht einmal einen geraden Strich ziehen. Das nagt am Ego und verschont Gabionenwände so von Schmierereien. 

7.) Hätten Sie gedacht, dass Gabionen nicht nur zur Anwendung im Außenbereich geeignet sind? Auch im Inneren von Gebäuden lassen sich die Steinkörbe einsetzen. Ein Kunde hat so beispielsweise die Innenfassade seines Weinkellers mit Drahtgitterkörben ausgestattet, was enorm zur Atmosphäre des Raumes beiträgt, der nun mit warmen Tönen und natürlichen Materialien die perfekte Basis für eine ausführliche Weinprobe bietet. 

8.) Wenn wir schon bei ungewöhnlichen Formen der Gabione sind, bleiben wir doch gleich beim Thema und greifen eine weitere Möglichkeit auf, Gabionen kreativ in die Gestaltung eines Hauses oder Gartens zu integrieren. So lassen sich aus unseren Steinkörben nicht nur Großprojekte im Straßenbau realisieren, sondern auch dekorative Elemente für Zuhause schaffen: eine Sitzgarnitur aus Tisch und Bänken zum Beispiel. Oder ein Briefkasten. Ein Hochbeet. Der Fantasie sind (fast) keine Grenzen gesetzt. 

9.) Wer schon immer einmal wissen wollte, wie viele Gabionen in Deutschland so jedes Jahr gebaut werden, der sollte nun aufpassen. Zwar stammt die aktuellste Zahl noch aus dem Jahr 2017, doch das sie nicht weniger imposant: Rechnet man alle Gabionenbauwerke auf eine Höhe von einem Meter um, wurden in diesem Jahr allein in Deutschland rund 1.300 Kilometer Gabionen gebaut. Das ist eine Strecke von Kiel bis zum Gardasee. 

10.) Wir haben eben schon einmal erwähnt, dass Bauwerke aus Drahtgittern nicht immer die klassische Quaderform haben. Doch einer treibt es auf die Spitze: Künstler Tim Schnitzer hat 2009 eine perfekte Kugel aus Gittermatten geschaffen, in die er 542 bunte Glaskugeln gefüllt hat, die von unten angeleuchtet werden.Das imposante Dekorationsobjekt misst 1,35 m im Durchmesser, ist etwa 740 kg schwer und ein repräsentativer Blickfang für Foyers, Einfahrten oder Gartenanlagen.